Zweigipfeltour auf Großer Daumen und Kleiner Daumen

Beide Daumen hoch!
Ein ansprechender und stiller Anstieg von Hindelang zu zwei beliebten Allgäuer Gipfeln mit toller Rundumsicht auf die umliegende Bergwelt.

Auf einen Blick

Ausgangspunkt Auto: Bad Hindelang – PP Gruebplätzle (ca. 800m)

Öffentlich: Busbahnhof Bad Hindelang (+2 km) oder Bad Oberdorf (+0,5 km) – Fahrplan

Höchster Punkt: Großer Daumen (2280m)

Höhenmeter: ca. 1500

Distanz: ca. 24km (davon 11km auf dem Rad)

Dauer: 8-10h
Schlüsselstelle: Schwarz (Steig mit Seilversicherung)

Tourenbericht

Am letzten Freitag ging es mal wieder ins Allgäu. Aufgrund der landschaftlichen Vielfalt gehen uns dort die Tourenziele nicht aus uns so haben wir uns für die landschaftlich interessante und konditionell anspruchsvolle Tour auf den Großen und Kleinen Daumen bei Bad Hindelang entschieden.

Um die vermeintlichen Massen durch den Ferienbeginn in einigen deutschen Bundesländern zu umgehen, wollten wir nicht die Variante über das Giebelhaus mit Busfahrt bis dorthin probieren, sondern mit Radunterstützung durch das ruhige Retterschwanger Tal (auch Rettenschanger Tal).

Gesagt getan – so ging es gegen 8 vom Parkplatz bei der historischen Hammerschmiede im Hindelanganger Ortsteil Oberdorf los. Da wir offenbar zu selten mit dem Radl unterwegs sind, ist uns nach gut 100hm und 2 Serpentinen mal wieder aufgefallen, dass der Schlüßel für das Fahrradschloß im Auto liegt. Nach der kurzen Ehrenrunde ging es dann endlich an dem geschlossenen Cafe Horn vorbei und in das weite Tal, in dem es dann auch etwas flacher und damit gemütlicher Vorwärts ging.

Auf halbem Weg kommt man am Abzweig zum Breitenberg vorbei, um bspw. die anspruchsvolle Runde über die “Hohen Gänge” vom Breitenberg zur Rotspitze über den Gemsbollenkopf zu gehen. Für uns geht es heute aber weiter.

Blick ins Rettenschwangertal
Retterschwanger Tal

Laut einer Allgäuer Sage wird das Tal von einem Drachen bewacht, entweder deshalb oder weil das Tal Autofrei ist, hatten wir die Straße weitgehend für uns – nur ein paar Kieslaster kamen ab und zu vorbei, da es die Spuren einer Mure zu beseitigen galt.

Nach knapp 6 km (kurz hinter der Alpe Mitterhaus) folgt der Abzweig zum Großen Daumen, an dem wir unsere Räder stehen lassen. Von hier geht es erst durch den Wald, bis man kurz vor der verfallenen unteren Haseneggalpe auf freies Almgelände trifft und wir uns an der Blumenpracht, sowie am Anblick eines Wasserfalls erfreuen.

Blick zurück zur oberen Haseneggalpe
mit der Rotspitze im Hintergrund
(Foto: Judith Waizenegger)

Weiter geht es zur mittleren Haseneggalpe (kurz danach geht es zum Abzweig für die Überschreitung des kleinen Daumens). Wir entscheiden uns aber für die Route über die obere Haseneggalpe zur Daumenscharte und wollen von dort erst zum Großen und dann auf den Kleinen Daumen.
Der Aufstieg bis zur Scharte ist unschwierig und verläuft immer auf gut angelegten Wegen, die manchmal etwas von der Vegetation eingenommen werden. Relativ bald nach der Alpe gehen wir an einer Feuchtwiese vorbei in der viele schöne Blumen wachsen (u.a. das interessant anzusehende Wollgras).

Danach wird es dann relativ schnell “geröllig” inlusive einzelner Passagen bei denen der Weg etwas unter kleinen Schotterrutschen verschüttet wurde und man sich den besten Pfad selbst suchen muss. Über zum Teil seilversicherten Stellen, geht es steil aber stetig zur Scharte hoch.

Weniger wegen Absturzgefahr aber wegen Steinen die vorausgehende Wanderer lostreten können, ziehen wir unsere Helme auf (die haben wir aufgrund der Anfahrt mit dem Radl ohnehin dabei).

Seilversicherung im Aufstieg zur Scharte

An der Scharte angekommen kann man dann die großartige Sicht in die umliegenden Tannheimer Berge genießen. Von der Scharte gehen wir erst unschwierig auf den großen Daumen mit großartigem Rundumblick auf die erwähnten Tannheimer, Nebelhorn, Rubihorn & Co. Aufgrund der Wolken reicht es leider nicht ganz bis zum Allgäuer Dreigestirn und zum Hauptkamm.

Nach einer kurzen Gipfelrast steigen wir dann wieder ab zur Scharte und auf den Kleinen Daumen. Der “Aufstieg” (es sind nur gut 30hm) ist gesichert durch Stahlseile, die einen immer dort begleiten wo es etwas unsicherer wird. Kurz vor dem Gipfel erreicht man dann den hinaufkommenden teils gesicherten Steig, zu dem an der mittleren Haseneggalpe abbiegen kann, um den Gipfel zu überschreiten.

Vom Kleinen Daumen ging es dann wieder über Scharte und Haseneggalpe(n) zu den Rädern und mit denen fix hinab nach Hindelang.

Eine richtige schöne und überraschend einsame Tour. Obwohl der Grosse Daumen das Ende des Hindelanger Klettersteiges ist, haben wir nur eine Hand voll anderer Bergsteiger*innen getroffen und hatten bei stabilen Wetter einen rundum gelungenen Tourentag.

Blick vom Gipfel des Grossen Daumen zum Kleinen Daumen. Im Hintergrund die Tannheimer Berge.

Einkehrmöglichkeiten:

Hinweis: Alle Angaben zu Zeiten und Schwierigkeiten entsprechen meiner persönlichen Wahrnehmung. Verlass dich nie auf nur eine Tourenbeschreibung, informiere dich selbst mit einer (Online)-Karte und taste dich langsam an deine Ziele heran.
Wenn du wenig Erfahrung hast und einen unbeschwerten Tag in den Bergen verbringen möchtest, melde dich bei einem Wander- oder Bergführer in der Region.

Hast du Fragen, Anregungen oder Meinungen?

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